Zeit ist die Währung

Den Spruch "Zeit ist Geld" kenn ich schon lange.

Zuerst hatte er nur eine vage Bedeutung für mich. So etwas wie: Beeil dich, sonst verlierst du Geld.

Vor ein paar Jahren habe ich mir dann mal den Luxus eines Burnout gegönnt. Es ist nicht einfach zu beschreiben. Zum Teil war es eine unfreiwillige Erfahrung. Zum anderen war es eine sehr befreiende Prozess den ich künstlich in die Länge gezogen habe. Ich habe viel über Zeit und Existenzängste gelernt. In meinem Umfeld habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Meisten diesen beiden Themen aus dem Weg gehen.

In dieser Zeit habe ich eine interessante Übung entdeckt:

Atmen – Sitzen – keine Gedanken weg machen – alles einfach nur beobachten – und atmen – ganz einfach nur atmen – entspannen und aushalten – 1 bis 2 Stunden. Probiert es mal aus! Besonders dann, wenn sich irgend etwas scheisse anfühlt.
Meine Erfahrung: Das Ergebnis vom Atmen und Aushalten ist cool. 

Das Ergebnis war für mich unter anderem, dass ich irgendwann gesehen habe, dass "Zeit ist Geld" nicht ganz stimmt bzw. dass es in die Irre führt. Ich finde die Aussage "Zeit ist Währung" besser.

Ich kann Zeit tauschen in andere Währungen. Ich kann zum Beispiel 50 Wochen à 40 Stunden Lebenszeit investieren, um mir davon einen Urlaub zu kaufen, in dem ich 4 Wochen nichts tue.(1) Ups: Habt ihr es gemerkt? 50 Wochen à 40 Stunden getauscht gegen 4 Wochen nichts tun. Ist das jetzt ein guter Wechselkurs?

Man könnte jetzt einwenden: Wir brauchen aber Geld! Geld? Wofür benötigen wir Geld? Um Dinge zu kaufen? Ok, es gibt Dinge, die sind existenziell und es gibt Dinge, die sind Extras. Mir geht es jetzt um die Extras: Die PlayStation oder das Mottorad....   
Mir ist aufgefallen, dass mir nicht wichtig ist ein Motorrad zu haben, sondern ein Motorrad zu fahren. Die Zeit die ich mit den Dingen verbringe ist mir wichtiger als die Dinge selber. Und wenn ich 50 Stunden in der Woche arbeite um mir die schönen Dinge zu kaufen, dann bleibt wenig Zeit zum Erleben der Dinge. Und es geht noch weiter. Beim Erleben geht es um Gefühle und wenn ich es hinbekomme die Gleichen Gefühle zu erleben mit weniger Dingen, dann spare ich Zeit, die ich vorher in Euro tauschen muss.

Beispiel: Ein 7er BMW kostet mich 8-mal soviel Lebenszeit wie ein Dacia. Ist es mir das wert. Das Problem ist wohl, dass wir in Euro rechnen und nicht in Lebenszeit. Wir kaufen so viele Extra-Dinge mit Euros und opfern so viel Lebenszeit, dass zu wenig Zeit übrig bleibt, um es zu merken.  

Ich kenne nur wenige Menschen, die einen Sinn für Zeit haben und frei zwischen Zeit und Geld wählen können.

Ich denke oft drüber nach. Ich glaube, dass der Buddhismus das Problem gut durchdrungen hat. Das Buch hier hat mich sehr inspiriert: Der Buddha hatte Zeit. Ich glaube es liegt daran, dass Menschen beides haben wollen, Zeit und Geld und am Ende keines von Beiden übrig bleibt. 

Mich macht es traurig, dass so Viele nicht wählen können.

 

Nachtrag:

Ein Freund machte mich auf diese Anekdote von Heinrich Böll aufmerksam.

 

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Status:

Neustart:  

Ich befinde mich noch halbwegs im Winterschlaf. Das Intermezzo mit den Anwälten scheint so langsam zu einer netten Anekdote für die Kinder zu werden.

Trotzdem hab ich den Kopf noch nicht wieder frei um an den schönen Text über Widerstände zu arbeiten.

nur Geduld .....

Vorsicht

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